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Harzer Roller Zucht

Bevor ich eine Zucht anfange, muss ich zunächst erst einmal die Möglichkeiten bereitstellen.In der freien Natur suchen die Vögel ihre Nester selbst aus.In der Gefangenschaft muss ich als Halter und Pfleger diese Möglichkeiten zum Brüten erst geben, das heißt Ich muss Käfige und Volieren bauen oder kaufen.Dabei ist schon darauf zu achten, das die Vögel unbedingt fliegen können.Nachdem wir den Paaren das passende Brutmaterial,in der Regel Scharpie bereit gestellt haben, liegt es nun am Pärchen ihre Arbeit aufzunehmen. Sobald sich ein Pärchen gefunden hat fängt die Henne an das Nest mit Nistmaterial zu füllen. Es gibt auch Hennen die lassen das Nest von ihrem Partner bauen oder beide bauen zusammen. Nachdem das Nest fertigI gebaut wurde,signalisiert die Henne dem Hahn das sie nun Paarungsbereit ist. Der Hahn paart sich mehrere Male mit der Henne. Bei einer erfolgreichen Befruchtung überstreckt der Hahn den Kopf weit nach hinten.In der Regel wird 1 Tag nachdem das Nest fertig ist, das erste Ei gelegt .Nester werden erst als Röhre gebaut und als letztes wird der Boden geformt.Die Eier werden meist in den frühen Morgenstunden 6 bis 8 Uhr gelegt.In der Regel legen die Kanarienvögel 3 bis 7 Eier,wobei die meisten Gelege aus 4 bis 5 Eiern bestehen.Das letzte,das sogenannte Schlussei ist mit mehr Sprenkelung versehen, daher auch gut erkennbar.Die Henne legt jeden Tag ein Ei , sollte die Henne ein paar Tage dazwischen auslassen , so kann es auf Kalziummangel hinweisen und es muss gehandelt werden. In der Eiablage-Zeit, ist es daher wichtig die Henne mit ausreichend Kalzium zu versorgen , das kann man mit Sepiaschale , Grit, abgekochten Eier-schalen,oder flüssigem Kalzium machen. Kalzium ist wichtig für die Produktion der Eierschale - Knochen und Federn und ist immer im Käfig bereit zu stellen , auch außerhalb der Brutzeit.Während der Eiablage braucht die Henne Ruhe , also bitte nicht dann den Käfig säubern/füttern .Unruhe am Käfig unterlassen bis das sie fertig mit dem legen ist.Daher ist eine Außenfütterung schon von Vorteil! Möchte man nun das alle Küken die gleiche Chance nach dem Schlupf bekommen,sammelt man die gelegten Eier täglich vorsichtig ein und ersetzt sie durch Kunsteier. Durch das sammeln und gleichzeitige unterlegen bei der Henne , sind die Küken nach dem Schlupf etwa gleich groß und werden bei der Fütterung nicht benachteiligt und alle wachsen gleichmäßig auf . Macht man es nicht , kann es sein dass das kleinste Küken dann unzureichend gefüttert wird und wir mit der Handaufzucht nachhelfen müssen. Wenn die Henne die Eier legt , bleibt sie nicht dauerhaft drauf sitzen , erst wenn das letzte Ei gelegt wurde dann sitzt sie dauerhaft im Nest und beginnt mit dem Brutvorgang . Bei einer Junghenne empfiehlt es sich die erste Brut nicht zu stören weil sie noch nicht so fest auf ihrem Gelege sitzt und das Nest so verlassen könnte wenn wir die Eier austauschen wollen. Da kann man dann bei der 2.ten oder 3.ten Brut die Eier austauschen. Ich nehme die Eier ca 1-2 Stunden nach dem Legen,mit einem Plastik-Kaffelot aus dem Nest ,weil die Schale noch sehr weich und zerbrechlich ist wenn man direkt nach dem Legen die Eier austauschen möchte. Das sammeln der Eier bitte ganz vorsichtig und nicht zu fest da sie sehr dünn sind. Die Eier kommen bis die Henne mit dem Legen fertig ist in einem nummerirten Behälter,der ader ausgelegt mit Watte , Vogelfutter oder Sand ist . Der Behälter sollte kühl und dunkel gelagert werden . Sollten mehrere Hennen brüten empfiehlt sich sie zu Markieren und das Legedatum zu verzeichnen. Während die ersten Eier im Behälter liegen , gehe ich hin und drehe sie täglich 1x vorsichtig ca 1/3 Umdrehung um die eigene Achse. Die Henne würde sie auch im Nest drehen was ich dann übernehme bis das die Eier wieder zurück zur Henne kommen. Der eine dreht die Eier ,andere nicht , das bleibt einem selbst überlassen.Fakt ist, das diese Eier noch ohn Leben sind.Erst durch das Bebrüten entwickelt sich im Ei der Vogelkörper.Sobald die Henne ihr letztes Ei gelegt hat ( wenn morgens kein neues Ei hinzu gekommen ist ) tausche ich die echten Eier am frühen Abend bevor das Licht ausgeht gegen die Kunsstoffeier aus und die Henne beginnt sofort mit dem Brüten. Diesen Tag notiere ich mir ebenfalls weil von da an 14 Tage +/- die Jungen schlüpfen werden. Sollte die Henne unerwartet nach den 4 Ei noch eins am nächsten morgen legen , so ist die Brutdauer nicht so weit auseinander.Nun beginnt die 13-14 Tägige Brutzeit wo wir erst mal nicht gefragt sind außer die Tägliche Nestkontrolle ob die Henne eventuell ein Ei beschädigt hat. Dieses holen wir dann raus sofern die Henne es nicht macht . Befruchtet oder nicht Nach ca 5-7 Tagen kann man die Eier durchleuchten (schieren) um sehen zu können ob die Eier befruchtet sind. Befruchtete Eier sehen schon dunkler aus als unbefruchtete Eier . Sollte man unsicher sein macht man die Lampenkontrolle besser nicht und lässt sich überraschen :) Schieren Dazu kann man eine Taschenlampe / Handy nehmen um das Ei kurzfristig durchleuchten zu können. Das sollte allerdings nicht zu lange gemacht werden sondern schnell passieren um den Küken nicht zu schaden. Ich nehme mein Handy und lege es auf dem Tisch. Über die Taschenlampe halte ich nun das Ei und suche nach Blutadern.Wenn man sicher sein kann , dass das ein oder andere Ei nicht befruchtet ist , kann man sie gegen Kunststoffeier austauschen . In der Regel füttert der Hahn während der ganzen Brutzeit die Henne. Nur hin und wieder verlässt sie das Nest um Kot abzusetzen oder selbst Futter /Wasser aufzunehmen. Dann übernimmt der Hahn den Brutvorgang bis die Henne wieder kommt und ihren Platz einnimmt. Nun nachdem wir wissen welche Eier befruchtet sind ,kann die Henne ihre Brut wieder aufnehmen . Sobald ich die Paare brüten lassen will ,gebe ich ihnen vorgefertigtes Eifutter und Proteine um den Brutvorgang anzutreiben . Am 13/14 Tag schlüpfen die Jungen aus den Eiern . Oft sieht man dann die Eierschale am Käfigboden liegen sofern die Henne sie nicht gefressen hat,was völlig normal ist Der Schlüpfvorgang geht wie folgt vonstatten: Zunächst pickt das Jungtier am stumpfen Ende von innen her ein Kreisförmiges Loch um dieses dann mit dem Kopf zu durchstoßen. Sofort steht das Jungtier noch völlig nackt auf den Beinen und bettelt nach Futter.Dann sollte man einen Blick sofern die Henne das Nest verlässt wagen ,um zu sehen ob alles okay ist oder das Küken vielleicht Hilfe braucht weil es fest steckt. Man sieht der Henne auch an wenn das erste Küken geschlüpft ist , dann nestelt sie immer mit dem Kopf unter ihr , und wenn man genau hin hört , kann man ein ganz leises piepen hören. Den ersten Tag nach dem Schlupf werden die Küken noch vom anhaftenden Dottersack ernährt und gleich darauf fängt die Henne mit dem Füttern an Sollten sich nur bis zu 2 Küken im Nest befinden ,so lege ich zusätzlich 2 Kunststoffeier ins Nest damit die Küken einen gewissen Halt haben . Man sagt , je mehr Platz sie im Nest haben , besteht die Gefahr das sie Fehlstellungen der Beine / Füße bekommen können , da die Henne zu fest auf die beiden sitzt. Also verhindern die Kunststoffeier unter anderem ein zu festes sitzen der Henne auf die Küken. WICHTIG... Sobald die Jungen geschlüpft sind , sollte eine Tageslichtlampe 14 Stunden brennen sodass die Henne ausreichend lang ihre Küken füttern kann. Abends sollte das Licht langsam gedimmt werden damit die Henne falls sie gerade unten auf dem Boden ist ihr Nest mit den Jungen noch aufsuchen kann. Ebenfalls wichtig ist ,die ersten 5 Tage nachdem die Jungen geschlüpft sind, dürfen die Eltern kein Grünfutter bekommen. Da sie Futter an die Jungen weiter geben bekommen diese Durchfall oder andere Gesundheitliche Probleme da sie es noch nicht verwerten können. Nach den 5 Tagen kann dann wieder langsam Grün und Keimfutter angeboten werden. Die Henne füttert in den ersten Tagen alleine die Jungen . Der Hahn füttert die Henne und sie gibt es an die Küken weiter.Die Temperatur im Zuchtraum muss bei 18 Grad liegen.Sind die Küken ein paar Tage alt , darf dann auch der Hahn die Küken füttern. Die Küken koten ins Nest was aber von der Henne bereinigt wird. Also bitte nicht unnötig das Nest säubern , das überlassen wir der Henne. Nach der ersten Woche setzen die Jungvögel ihren Kot über den Nestrand ab. Dabei kann es vorkommen das es oben auf dem Rand liegen bleibt. Sobald es trocken ist , kann man es ,wenn die Henne nicht da ist vorsichtig weg machen wenn es zu viel geworden ist .Beringen der Küken: Ab dem 5ten Tag nach dem Schlupf können die Küken mit den Amtlich anerkannten Züchterringen beringt werden . Es kommt aber immer darauf an wie viele Küken die Eltern füttern . Füttert die Henne zb 6 Küken , kann es sein das sie für den 5ten Tag noch zu klein für die Beringung sind und der Ring rutscht immer wieder ab. Dann muss man am 6 oder 7 Tag nochmal versuchen. Hat die Henne lediglich 1-2 Küken , sind sie natürlich etwas größer als bei der Henne mit 6 Küken weil sie ausreichender gefüttert wurden , hier könnte der 4te Tag schon okay sein zum beringen. Also ab den 5ten Tag muss man dann nach ermessen selbst entscheiden ob die Küken groß genug sind. Nach dem Beringen ist es notwendig die nächsten 2 Tage zu überprüfen ob die Henne die Ringe nicht wieder abgezogen hat. Man kann es verhindern indem man den Ring mit hautfarbenen Pflaster die Ringe umwickelt. Eine Henne von mir hat schon die Küken mitsamt dem Ring aus ihrem Nest geworfen weil sie die Ringe nicht haben wollte . Es ist ein Fremdkörper den sie aus dem Nest haben möchte , also nach dem Beringen bitte immer Kontrollieren . Bei mir ist es gut gegangen da ich die Küken früh genug gefunden habe. So konnte ich nach Anhauchen dieses Junge wieder im Nest unterbringen.Nun wachsen die Küken sehr schnell und man kann täglich die veränderungen sehen. Ab dem 5ten Tag öffnen sie ihre Augen . Natürlich gilt es immer täglich mindestens 1 Nestkontrolle oder mal beobachten ob die Eltern alle Küken gleich gut füttern Die Kröpfe müssen gut gefüllt sein . Das sieht man durch die durchsichtige Haut noch sehr gut. Ist dies nicht der Fall , muss man selbst einschreiten und zufüttern .Sobald die Jungen ein dichteres Federkleid haben und sich gegenseitig warm halten können , verlässt die Henne für längere Zeit zum fressen das Nest , kehrt aber dann immer wieder zurück.Spätestens ab den 16/17 Tag nach dem Schlupf ,wird dem Vater komplett das Füttern der Küken überlassen da die Henne sich für ihr nächstes Gelege bereit macht. In dieser Zeit kann es vorkommen , das sie die Jungen rupft um Nistmaterial zu bekommen. Es ist also wichtig vorher ein neues Nest und Nistmaterial zur Verfügung zu stellen um das rupfen der Küken zu unterbinden Die Jungen verlassen mit ab ca 21 Tagen das Nest , der eine früher andere  später . Bevor das der Fall ist ,gehe ich hin und setze das Nest über 5 Tage langsam schrittweise von ganz oben nach unten in Bodennähe. Meistens fange ich damit an wenn die Henne dem Hahn die Küken überlässt. Wenn die Jungen größer sind sitzen sie gerne auf dem Rand des Nestes , während der Fütterung kann es schnell vorkommen das sie sich gegenseitig vom Nestrand schubsen .Damit sie nicht so tief fallen und sich verletzen ,hänge ich das Nest schrittweise runter Ist auch einfacher für die Jungen das Nest selbstständig verlassen zu können und bei Bedarf als Nachtplatz wieder aufzusuchen. Sobald die Jungen flügge sind , lernen sie vom Hahn das selbstständige fressen. Hierzu habe ich das Futter auf den Boden gestellt damit die Jungen einfacher dran kommen. Man kann das Futter vorher etwas zermahlen.Mit 30 Tagen sind die Jungvögel Futterfest und können nun von den Eltern abgesetzt werden.Natürlich sollte man genau beobachten ob alle Jungvögel selbstständig fressen und trinken. Ist das der Fall , können sie nun in einen eigenen Käfig untergebracht werden sodass die Eltern sich um die nächste Brut kümmern können . Dort werden sie weiterhin mit Aufzuchtfutter / Eifutter , Keimfutter und normalen Körnerfutter gefüttert .  Der Schnabel: Als erstes werden die Körner im Schnabel gespelzt , das heißt, die Körner werden vom der Hülle getrennt was der Kanarienvogel mittels geschickter Schnabel /Zungentechnik erreicht. Mit dem Schnabel spaltet er die Hülle und mit der Zunge holt er das nackte Korn in den Schnabel und schluckt es runter. Danach wandern die Körner über die Speiseröhre in den Kropf .Der Kropf ist sozusagen nur eine Ausstülpung der Speiseröhre um die Nahrung zu speichern. In dieser Zeit , quillt die Nahrung durch die Aufnahme von Wasser und Speichel auf , was den späteren Verdauungsprozess erleichtern soll . Im Kropf befinden sich in der Schleimhaut Drüsen welche der Nahrung Verdauungsenzyme beisetzen werden. Den Körnern werden so Verdauungsenzyme beigesetzt , diese beginnen damit die in den Körnern vorhandenen Kohlenhydrate/ und Zucker abzubauen. Deshalb sind Kohlenhydrate und Zucker ein schneller Energielieferant weil er als erstes aufgenommen werden kann. Diese Enzyme bauen Kohlenhydrate ab und helfen Nährstoffe zu entschlüsseln, wobei der Kropf eine wichtige Rolle für eine Gesunde Darmflora spielt. Nachdem die eingeweichte und mit Verdauungsenzymen versetze Nahrung aus dem Kropf in den Drüsenmagen wandert werden den Körner im Drüsenmagen Magensäure beigemengt . Nachdem das Futter den Drüsenmagen passiert hat kommt es in den Muskelmagen . Dort wird das Futter unter Mithilfenahme von Magensteine oder Grit in eine breiige Masse zermahlen.Nun wird es spannend , denn auch ich dachte immer ,das Grit vollkommen ausreicht ist um die Bedürfnisse der Vögel zu decken . Über Magensteine habe ich mir ehrlich gesagt nie Gedanken gemacht , aber nach der Schulung unter der Leitung von Olaf Hungenberg bin ich eines besseren belehrt worden was ich hier gerne weiter geben möchte . Ist euch auch schon mal aufgefallen , das die Kanarienvögel viel Sepiaschale oder Grit fressen ? Das liegt alleine daran , das die Tiere zu wenig oder gar keine Magensteine haben . Die Magensteine /Magenkiesel legen sich wie kleine Zähne im Muskelmagen in sogenannten Lamellen ab , dort helfen sie zusammen mit den Muskeln das Futter in eine Breiartige Masse zu zerreiben . Und nun kommen wir zum Grit . Klar kann Grit was ja aus Muschelschalen , Kalkstein , Korallen usw besteht. kurzzeitig die Magenkiesel ersetzen aber nicht lange denn die zuvor im Drüsenmagen beigesetzte Magensäure lässt das alles sehr schnell zersetzen und deshalb nehmen die Kanarien Unmengen von Grit auf um den Muskelmage n wieder mit „Mahlsteinchen“ zu bestücken. Magenkiesel ist Säureresistent und bleibt somit viel länger im Muskelmagen und die Tiere müssen nicht permanent Grit aufnehmen. Jetzt sagt ihr mit Recht , da sind aber auch Kieselsteine drin . Ja das stimmt , aber Kieselsteine sind rund währen Magenkiesel kantig und eckig sind was das zermahlen der Nahrung erleichtert und effektiver ist wie runde Steinchen. Man sollte darauf achten , dass das verwendete Grit auch MAGENKIESEL beigemengt wurde. Kieselsteine hingegen welche auch im Grit sind , sind nicht effektiv weil sie rund sind .Nachdem die Nahrung den Muskelmagen passiert hat geht er in den Dünndarm und von dort aus zur Kloake . Anhand vom Kot den die Vögel absetzen , kann man das schon sehr gut sehen wenn es bei der Verdauung irgendwo harkt . Aber wie man so schön sagt :“Wenn es oben schon nicht richtig läuft , kann es unten nicht richtig raus kommen :) Hier haben wir nun einen Einblick erhalten , wie wichtig unter anderem auch Grit und vor allem der Magenkiesel ist. Ich bin ehrlich , für mich war es bis dato auch immer nicht so klar wie wichtig das für die allgemeine Verdauung des Vogels ist. Ich dachte immer ich gebe nur Grit damit die Vögel mit nötigen Mineralien und Kalzium versorgt werden aber wie wichtig Magenkiesel ist , war mir nie bewusst. Falls euer Grit keinen Magenkiesel enthält , kann man ihn auch separat kaufen und beimengen . Dieser sollte immer und ausreichend zur freien Verfügung für die Vögel bereit stehen.



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