Der Gesang des Harzer Roller Kanarienvogels
Grundsätzlich wird der Gesang des Harzer Rollers veerbt,der Züchter muss den Gesang nur steuern, damit der Vogel "auf Kommando "singt; wann und wo er will!
Der Harzer Roller Kanarienvogel beginnt bei seinem Liedvortrag meistens mit einer Klingelrolle, die dann in eine Hohlrolle übergeht,dann folgt der Bass im Lied, nämlich die Knorre dann folgen Hohlklingel und zum Schluss wird die Pfeiffe gestoßen. Leider ist dieses im Chor (Stamm= 4 Vögel ) nicht immer so, sondern singt ein Vogel diese Tour, während der nächste schon eine andere singt. Hier muss das geschulte Ohr der Preisrichter genau zuhören und gut beobachten! Wollen Sie dieses Lied hören geben Sie ein: Roller ohne Rock. Dort hat der NDR ein Beitrag vom Gesangstraining aufgenommen! Auch bei YouTube gibt es den Gesang mehrfach zu hören.
Zu den Rollenden Touren gehören: Klingelrolle-Hohlrolle-Wasserrolle- Knorre
Der Gesang des Harzer Roller Kanarienvogels wird rollend dazu mit geschlossenem Schnabel vorgetragen. Es ist ein geschlossener Vortrag erwünscht. Erkennbar sollte der Gesang an den Konsonanten und bewertbar an den Vokalen sein. Alles andere ist unzulässig. Da die Vögel in ihrem Gesangsvortrag auch einmal Pausen brauchen, werden in den Pausen leicht-oder stark abgesetzte Touren vorgetragen. Die Einheitsskale der DKB-Verbände hat folgende Touren, das sind die Strophen welche der Vogel singen kann festgelegt: Hohlrollen-Wassertouren-Knorren-Klingelrolle-Hohlklingel-Schockel-Glucke-Pfeiffe-Klingel -Gesamteindruck
Die Klingelrolle : Haupttour (Konsonant "R"-Vokale "I" )=RIRIRI. Die Klingelrolle kann gerade, fallend oder steigend vorgetragen werden. Auch der Vokal kann sich im Gütegrad ändern. Somit kann die Klingelrolle mit 1 - 3 Punkten bewertet werden.
Die Klingel :Haupttour (Konsonant "L"-Vokale "I" ) = LILILI. Die Klingel hört sich wirklich so an, als wenn eine Glocke klingelt. Fein und Zart. Der Vokal kann sich im Gütegrad und zwar fallend ändern. Wird daher mit 1-3 Punkten bewertet.
Die Hohlrolle :Haupttour ( Konsonant ist das "R"-Vokale "ü"-"au" "u" )= Rü-Rau-RURURU-UHUHUH
4 Haupttouren müssen beim Gesangsvortrag gesungen werden, Nebentouren können gebracht werden!
Hier muss deutlich das rollende R gehört werden. Sie ist die Königin der Touren und gehört somit an erster Stelle im Liedvortrag! Aufgrund der Vokale kann sie sehr verschieden klingen. Auch der Gütegrad des Vokales kann unterschiedlich vorgetragen werden. Die wertvollste ist das reine Vokalhohl. Somit können bis zu 27 Punkte für die Hohlrolle vergeben werden. Die Hohlrolle ist so vielseitig und wird gerade, -fallend,- steigend, -gebogen,- Tremolierend, kullernd oder als Vokalhohl vorgetragen. Wird mit bis zu 27 Punkten bewertet.
Die Knorre = Haupttour ( Konsonant ist das "K"-Vokale "O"-"OU"- und "U") verbunden mit einem doppelten "RR") = KORR- KOURR oder KURR. Wird mit bis zu 27 Punkten bewertet.
Die Knorre ist die absolute Basstour im Liedvortrag. Ähnlich wie der Name schon sagt muss es knorren, wenn die Knorre gesungen wird. Sie wird Gerade-fallend-steigend,man sagt auch geschroben oder gar als Hohlknorre vorgetragen.Vergleichbar etwa mit Bohrgeräuschen.
Die Wasserrolle =Haupttour (Konsonant ist das "W"-oder auch als Doppelkonsonant "Wl" zulässig Vokale "i"-"ü" und "U")= Wi-Wü-Wu- oder "Wli"-"Wlü" oder "Wlu".
Da der Gesangsvortrag mit viel Wasser vorgetragen wird, hört es sich Blubbernd oder Sprudelnd an. Auf zusämmenhängende Vortragsweise muss unbedingt geachtet werden. Wird mit bis zu 27 Punkten bewertet
.Die Hohlklingel: Haupttour ( Konsonant ist das "L"- Vokale: "ü"-"O"-"U"= "Lü"-"Lo"-"Lu"
Die Hohlklingel wird gerade-Steigend-Fallend oder schleppend vorgetragen. Wobei in der tiefsten "U"-Lage häufig ein zartes "Luh" zu hören ist. Schleppend vorgetragen hört sich die Hohlklingel an als sei ein Zug unterwegs.Diese Gangart wurde fälschlicherweise schon als Schockel bewertet,und Hohlklingeln bekamen einen Nullstrich´, Hohlklingeln werden mit bis zu 18 Punkten bewertet.
Die Glucke: Nebentour ( Konsonant GL.-und Ck am Ende- Vokale "Ü"-"O"-"U" ) Die Glucke ist die einzigste Tour die sowohl einen Anfangs- wie auch Endkonsonanten hat. Es muss deutlich sowohl der Anfangs- wie auch der Endkonsonant hörbar sein. Das hört sich so an, wie bei einer Glucke, nämlich Glück-Glück, Glock-Glock oder Gluck-Gluck. Wird bis zu 18 Punkte bewertet. Kann Gerade, steigend wie auch fallend vorgetragen werden.
Die Schockel: Nebentour ( Konsonant ist das H -Vokale "Ü"-"O"-"U" ) Die Schockel ist nur noch wenig zu hören. Es muss deutlich "Hü", "HO" oder "Hu" zu hören sein. Das ganze wird zart stoßend hervorgebracht, wogegen eine schleppende Hohlklingel auslaufend vorgetragen wird. Wird bis zu 18 Punkte bewertet. Kann Gerade, steigend und Fallend vorgetragen werden,meist nach der Pfeife. Hier kann auch der Vokal gemeint sein.
GesamteindruckAls letzte Spalte auf dem Preisrichterbogen steht der Gesamteindruck. Hier wird der gesamte Liedvortrag berücksichtigt. Wenn ein Vogel in den geforderten 4 Grundtouren: Hohlrolle-Knorre-Hohlklingel und Pfeife zusammenaddiert 72 Pkt. und mehr ersingt, bekommt er die Höchstpunktzahl von 9 Punkten.Leider gibt es in dieser Spalte aber auch indirekte Abzüge und zwar wenn der Vogel die Höchstpunktgrenze von 90 Punkten überschreiten würde. Zuerst müssen die Punkte für die Touren voll vergeben werden, wenn dann z.B. schon 82 Punkte und mehr zusammenkommen, werden beim Gesamt-Eindruck nur noch 8 Punkte vergeben, damit die Höchstpunktgrenze von 90 Punkten nicht überschritten wird. Dieses war ein stets strittiges Thema. Es hatten sich einige Züchter im Osten der Republik von diesem System abgewand und der im Osten beheimateten VZE angeschlossen, diese haben nach alter DDR-Manier die Vögel mit bis zu 100 Punkten bewertet. Woher sie die Preisrichter hatten schien manchen unklar, es gibt nur einen Standart, der befolgt werden muss. Bevor wir uns nun mit der Gesangsausbildung der jungen Hähne befassen, sollen zuerst einige Grundlagen zum Vogellied und zur Gesangsentwicklung besprochen werden, die jeder Züchter kennen sollte, um die Ausbildung seiner jungen Hähne optimal zu gestalten. Die Gesangsentwicklung der auserwählten jungen Männchen, die sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstreckt, läßt sich in drei Phasen unterteilen: Der Jugendgesang, den wir in der 1.Phase zu hören bekommen, ist zart, unauffällig und sehr variabel aufgebaut.Je älter die Männchen werden, umso lernwilliger und fleißiger üben sie ihr angeborenes Lied. Etwa zu Beginn des 3. Lebendsmonats wird der Gesang stärker gegliedert. Jetzt in der 2.Phase, wird der Jugend-gesang zum plastischen Gesang, dessen Muster aber zunächst noch variabel bleibt. In den nächsten Wochen wird das komplette Gesangsmuster dann zunehmend gleichbleibender, Stereotyper. Wie Nottebohm,der den Kanariengesang wissenschaftlich eingehend untersuchte,1989 berichtete, kann der junge Hahn (Primaner) erst mit Eintritt der Geschlechtsreife, frühestens mit 6 Monaten, in der 3. Phase den fertig-strukturierten Vollgesang bringen. Dieser Zeitpunkt, zu dem das Lied der Junghähne nicht mehr durch gehörte Touren anderer Kanarien (Vorsänger) oder sonstige Fremdlaute beeinflußbar ist, liegt bei Harzer Gesangskanarien etwa Mitte November. Das Lied, das er ab jetzt vorträgt, behält er dann während der ganzen ersten Brutsaison bei. Die Stimmäußerungen der Vögel sind wie die Sprache und Gesänge der Menschen auch, überwiegend ein Mittel zur Ver-ständigung. Unter den vielfältigen Lauten, die wir von den Vögeln hören können, kommt einer Grup-pe von Tönen und Tonfolgen besondere Bedeutung zu, die wegen des Wohlklanges für unser Ohr als Gesang bezeichnet wird. Beim Gesang werden Töne zu guten Klängen und Klangfolgen angeordnet, die sich in unterschiedlicher Reihenfolge, zum Teil in modifizierter Form wiederholen und so zu Stro-phen zusammenfügen. Aus den einzelnen Strophen wiederum setzt sich das gesamte Lied zusam-men. Wie geht nun die Entwicklung vom recht einfachen, ererbten Gesangsbauplan zum komplexen, wohlklingenden Lied vonstatten? Vögel entwickeln ihren Gesang durch den Vergleich mit gehörter Information. Sie lernen ihr Lied, indem sie versuchen, zuvor gehörte Laute mit ihrer eigenen Stimme möglichst originalgetreu wiederzugeben. Sie hören ihre eigenen Lautäußerungen und vergleichen sie mit den gehörten Fremdlauten auf Wiedergabegenauigkeit. Alle Abweichungen werden hierbei schnell erkannt und Schritt für Schritt korrigiert, um eine möglichst hohe klangliche Übereinstim-mung zu erreichen. Diese Art des neuen Gesangslernens ist, wie wir wissen, nicht auf die Vögel beschränkt, sondern jedes normale Kind lernt so seine Muttersprache oder ein/e Sänger/in ein neues Lied. Kanarien lernen ihr Lied jedes Jahr neu! Der zur Brutzeit erreichte Vollgesang des Kanarienhah-nes bleibt nicht Zeitlebens erhalten. Wärend der Fortpflanzungsperiode und auch während der nach-folgenden Mauser geht der überwiegende Teil des so mühsam Erlernten verloren. Der Gesang wird wieder so instabil wie der plastische Gesang des jugendlichen Hahnes. Der Rest, das heißt der über-wiegende Teil, besteht aus neu erlernten Komponenten. Einige der Strophen des ersten Jahres jedoch können vergessen werden oder nur ungenau in Erinnerung bleiben. Sie tauchen dann in der zweiten Brutsaison in modifizierter Form wieder auf. Andere Silbentypen (sehr oft die schlechten) werden unweigerlich von Käfignachbarn ins eigene Lied übernommen. Aus diesem veränderten Be-stand baut sich im Zeitraum zwischen dem Ende der vorhergehenden und dem Beginn der nächsten Brutsaison jedes Jahr ein neuer, stereotyper Vollgesang auf. Und nur so ist es zu verstehen, warum Jahr für Jahr wieder der gewünschte Gesangswettstreit mit Jungen Hähnen/Vögeln neu ausgetragen wird. Ideal,besser gesagt, es soll für die Gesangsausbildung ein separater Raum gewählt werden, in dem die jungen Hähne nicht durch die Lockrufe der Weibchen von ihrem Studium abgelenkt werden. Der Raum kann ruhig klein sein, und in den meisten Wohnungen findet sich auch irgendwo eine ge-eignete Nische. Ist aber die Zuchtstube als Ausbildungsraum vorgesehen, müssen vorübergehend alle Weibchen ausquartiert werden, vielleicht auf den Boden oder in die Gartenlaube. Nicht selten finden die jungen Hähne zur Ausbildung ein Plätzchen in der Küche, wo der dauernde Kontakt mit der Familie sie so vertraut mit dem Menschen werden lässt, dass sie auch später vor jedem Preis-richter nicht aus der Ruhe zu bringen sind. Der Ausbildungsraum sollte auf 16 bis 18 o C temperiert werden, ausreichend und zugfrei belüftet sein und eine Luftfeuchte von ca. 60 % aufweisen. Sie wird mit einem Hygrometer kontrolliert.Oft sind jedoch im Wohnbereich etwas höhere Temperaturen kaum vermeidbar, so dass eine gewisse Gefahr besteht, dass die Vögel zu schnell triebig werden, wodurch ihr Gesang an Ruhe und Reinheit verlieren würde. In solchen Fällen kann/muss die Futtermischung ruhig etwas dünner hergerichtet, d.h. mit Rübsen gestreckt werden. Zur Gesangsausbildung werden alle vorsortierten,singenden Junghähne, denn nur diese Singen, in kleine Gesangskästchen auch Einsatzbauer gesetzt und in ein Gesangsregal oder Schrank gestellt. Dieses Regal muß so groß sein, dass es die gesamten Junghähne aufnimmt. Mit etwas Handwerklichen Geschick ist so etwas gut selbst herzustellen. Bretter aus verschiedenen Materialien, die auf Winkelträgern liegen, welche an Wandschienen eingehängt werden, leisten ebenfalls gute Dienste. Der handwerklichen Fantasie des Züchters sind hier keine Grenzen gesetzt, und viele blicken mit Stolz auf ihr erbautes Werk. Solch ein Gesangsschrank ist ein ausgesprochen praktisches kleines Möbelstück mit einer Reihe von vielen Vorteilen: In ihm können die Käfige übersichtlich neben - und übereinander aufgestellt werden, so dass die Junghähne während ihres Studiums gut beobachtet und auf einfache Weise gleich gefüttert und sauber gehalten werden können. Für den Züchter ist es leicht möglich, die Kollektionen zusam-menzustellen und die Käfige nach der Prämiierung wieder einzuordnen. Nicht jeder Züchter ist viel-leicht aus Platzgründen in der Lage, einen Gesangschrank oder ein Regal aufzustellen.Vielfach wer-den dann statt des Regals die Transportkästen verwendet. Übereinander gestapelt erlauben sie eben-falls eine einfache Pflege der Vögel und eine übersichtliche Zusammenstellung der Kollektionen. Um das Licht während des Studiums regulieren zu können, wird vor dem Gesangsschrank an einer sog. Fenster-Schiene ein auf - und zuziehbarer Vorhang aus lichtdurchlässigem grünen Stoff aufgehängt. Günstig ist es, den Gesangsschrank an einen dem einfallenden Tageslicht abgewandten Platz so zu stellen, damit die Vögel nicht durch helles Tageslicht beunruhigt und vom Studium selbst abgelenkt werden. Nun werden die Außenfütterungsnäpfchen eingehängt und befüllt, immer rechts das für Körnerfutter und links das für Wasser. Die 2 Sitzstangen müssen am richtigen Platz (siehe DKB - Einsatzbauer) und passgerecht eingesetzt werden, damit die Gesangsbewertung nicht gestört wird, wenn beim Hin - und Herhüpfen des Vogels die Sitzstangen klappern. Die Bodenschublade wird mit feinem Sand bestreut. Jetzt kann man noch etwas zerstoßene Eierschale einstreuen; später, zum Zeitpunkt der Prämiierung,verzichte man auf alles, was den Vogel nur vom Gesang ablenken könnte. Dann werden die Hähne aus dem Flug gefangen und nach einer Kontrolle der Gesundheit in die Ein-satz- Bauer gesetzt. Zuvor wird noch die Ringnummer abgelesen und notiert . Das Zettelchen mit der Ringnummer wird, damit wir später auch wissen, welcher Junghahn welchen Käfig bewohnt, unter-halb der Näpfe an die Stirnseite,und an der linken Seite des Käfigs geklebt. Gleiches kann aber auch mit Kreide gemacht werden.Günstiger ist es, die Junghähne abends einzubauern. So werden sie bald einschlafen, und beim Erwachen am nächsten Morgen wird ihnen ihr neues Zuhause nicht mehr ganz so fremd sein. Ein ausgezeichnetes Verfahren, die Hähne gesanglich auf hohem Niveau zu halten, wird von vielen Züchtern praktiziert, indem sie ihren Tieren zwischen den einzelnen Gesangswettbe-werben in einer Voliere oder in den Heckboxen bei nur leicht gedämpftem Tageslicht einzeln die Möglichkeit bieten, sich auszufliegen und täglich zu baden. Da die Tageslichtverhältnisse in den Wintermonaten nicht lange genug herrschen, wird etwa zwischen 7.30 und 11.00 Uhr sowie zwischen 15.30 und 18.30 Uhr zusätzlich eine Glühbirne zugeschaltet. Es reicht, die Hähne 7 - 10 Tage vor der nächsten Prämiierung wieder neu einzubauern. Wer seine Sänger regelmäßig zwischen den vielen Prämierungen in die Voliere setzt, kann das Futter für die eingebauerten Hähne auf ein gehaltvoll ge-wähltes Mischfutter und das gewohnte Stückchen Obst beschränken, denn im Flug werden zusätz-lich Eifutter, Haferflocken, Mohn und ab und zu Vitamine gereicht. Fett werden die Hähne wegen der andauernden Streitigkeiten und Rivalenkämpfe hier nur selten. Man sorge aber dafür, dass die Tiere auch genügend Einzelsitze vorfinden, um sich bei Bedarf ein ungestörtes Plätzchen zu sichern. Man vermeide aber, das die ohnehin streitsüchtigen Hähne im Flug durch die Rufe in der Nähe befindli-cher Weibchen noch weiter zu stimulieren. Alle Weibchen müssen den Raum verlassen! Es ist auch sehr von vorteil,wenn die Weibchen draußen in Volieren kalt gehalten werden! Eine entsprechende Fütterung natürlich vorausgesetzt.
Das Gesangtraining der Harzer Roller-Kanarien: Für den Wettkampf ein Pflicht! Beim Training mit den Hähnen muß alles geübt werden,was auf den Meisterschaften wichtig sein könnte. Zunächst der Aufenthalt in den kleinen Bauern, die Umgewöhnung an das nun künstliche Licht ,und nicht zu vergessen, die Umstellung des Futters. Eine andere Umgebung wie das eigene Umfeld nimmt der Vogel schnell wahr, aber es stört ihn nicht so sehr. Weil bei allen anderen Sa-chen aber sehr viel schief gehen kann,muss ich dieses als Züchter immer wieder üben.Wer dieses viel und oft tut,ist immer im Vorteil. Alte Züchter haben immer behauptet: Nur der richtige Um-gang mit den Vögeln im Trainigsregal macht den Unterschied zu einem guten Züchter aus. Man-cher Züchter hat hervorragend veranlagte Tiere in seinem Besitz, macht aber oft selbst Fehler im Umgang mit den Tieren, ohne es zu wissen. Die Schuld bekommt sehr oft dann ein anderer, viel zu oft der Preisrichter. Man muß schon zwischen dem Trainieren und Abhören ganz deutlich unter-scheiden. Zum Training gehört immer der richtige Umgang mit den Tieren bei einer Vorbereitung auf eine Meisterschaft. Jegliche Scheu des Tieres muss genommen werden, er muss den Menschen kennen. Das Abhören ist ein Teil des Trainings,welcher nur auf den Gesang ausgerichtet ist. Aber beide Tätigkeiten dienen nur dem Ziel, 1: die besten Sänger herauszufinden,und 2: die Tiere an den Wettbewerb zu gewöhnen.So ungefähr 10-14 Tage dann haben sich alle Hähne an das Regal, und das künstliche Licht gewöhnt. Die Liedintervalle werden nun länger. So muss ich alle Sänger mit deutlichen Misstönen schon jetzt aussortieren. Dieses muss sehr konsequent geschehen. Diese Hähne müssen den Raum verlassen. Die übrigen Hähne muss ich nun zwei bis dreimal am Tag, noch dazu zu unterschiedlichen Uhrzeiten auf den Tisch stellen,um sie abzuhören! Sie merken schon: Rentner sind deutlich im Vorteil. Bitte stellen sie stets 5 Käfige so übereinander, dass die Längsseite zu Ihnen schaut, dabei müssen die Näpfe nach links zeigen. Harzer Roller werden immer als Kollektion=4 Vögel bewertet, wobei oben der Kopfvogel,dann Vogel 2und 3,und unten der sogenannte Tischvogel stehen sollen. In der Regel stellt der Züchter 5 Käfige rechts und 5 Käfige links vor eine schwarze Rückwand mit Trennung. So kann er doch schneller und besser abhören.Wenn möglich sollte man nur eine 65 Watt-Leuchtstoffröhre der MarkeTrue-Ligth im Trainigsraum haben, denn auf den Meisterschaften werden nur diese noch genommen. Damit der oberste Hahn nicht geblendet wird,deckt man ihn mit einer Platte,meistens einen Trennschieber ab.Wenn die Vögel auf den Tisch stehen,nimmt der Züchter davor Platz und hört sie ab. Nach 10 Minuten sollten sie das Singen beginnen,der eine flott,der andere zaghaft.Wenn einer ganz und gar nicht anfangen will, sollte er zurück in den Käfig zur weiteren Beobachtung.Es wurden auch schon Hennen eingebauert!Für jeden Preisrichter ist es angenehmer,wenn die Vögel fleißig und viel Singen. In der Regel kommt hierbei auch mehr für mich raus. Jedoch sollte kein Übungsvortrag zu lange dauern. So 10 bis 20 Minuten, dann wieder zurück in das Regal! Für den Gesang kann ich den Vogel mit einem kleinen Leckerli belohnen.Des Züchters Pflicht ist es nun:All das gesungene genau festzuhalten. Gleich gut klingende Vögel stelle man im Regal in eine Reihe zusammen.Das Training darf auch nicht zu weit in die Abendstunden gelegt werden, denn gerade das zusätzliche Licht ist ein deutliches Zeichen für die Vögel, dass das Frühjahr erwacht, und somit der Bruttrieb. Man kann laut singende Vögel jedoch abfangen,wenn man sie nach unten in das Regal stellt und ganz leicht verdunkelt.Aber einen triebigen Hahn bekommt keiner mehr hin. Beim Trainieren immer wieder mit den Tieren sprechen, andere Leute mitnehmen usw. Nur so verlieren die Vögel ihre Scheu vor Menschen,und versagen ihren Gesang nicht vor den Preisrichtern.Von Tag zu Tag wird nun die Gesangsentwicklung verfolgt.Die Tiere werden dem Züchter täglich vertrauter,oft oder besser gesagt immer verliebt der Züchter selbst sich in bestimmte Hähne,die er bevorzugt.Meiner Erfahrung nach ist dieses die schönste Zeit in der Harzer Roller Zuchtsaison. Eine Zusammen-stellung der Kollektionen ergibt sich oft von allein, aber dennoch ist der Züchter in dieser Zeit sehr unzufrieden. Erst die ersten Ergebnisse der Prämierungen zeigen dann, ob ich alles richtig gemacht habe. Wenn nicht, kann-muss ich selber noch einiges bis zur nächsten Bewertung korrigieren.Oft nimmt man nun den fleißigsten Sänger als Kopfvogel und den Nervenstärksten Sänger stellt man auf den Tisch. Dazwischen versucht man die im Gesang etwas schwächeren zu verstecken.Einen lauten Sänger setzt man aber nach unten einen zarten nach oben.Nur so klingt ein Lied voller und harmo-nischer im Raum!Viele setzen den besten Knorrvogel nach unten.Das ist alles egal,solange die Hähne als Stamm harmonieren. Wenn dieses so ist, klingt eine Klangwelle nach der anderen durch das Trainingsregal. Jeder Züchter, auch "Alte Hasen" erfasst nun das Fieber gute bis seht gute Ergebnisse zu erzielen,als Genugtuung für ein Zuchtjahr.Wenn ich dann noch "Ehrlich" zu mir selber bin und keine Ausreden suche, werde ich ein erfolgreicher Züchter! Merke:Neben der Kunst,seine Vögel Gesangsfertig zu machen, tritt nun eine weitere Kunst ein, nämlich die Vögel über einen Zeit-raum auf Höhe zu halten! Es kann und wird vorkommen,das gerade die besten Sänger später leiser singen, weil sie nicht mehr auf der Höhe sind, oder weil irgend etwas sie stört, ja was dann?Alles geht einem durch den Kopf, wird überprüft, um dieses schnell wieder abzustellen. Hier gibt es viele Gründe:zu fett,zu mager,zu kalt, zu warm oder was auch immer. Doch gibt es hier nur gute ehrliche? Ratschläge dieses zu ändern, aber jeder Züchter muss das für sich selbst herausfinden. Hier ein paar Tipps: Der zu fette Vogel wird allein in eine Voliere gesetzt zum Fliegen. Der zu magere Vogel bekommt einen etwas wärmeren Platz und mehr Futter, auch Eifutter. Der zu kaltgehaltene wird im Regal nun nach oben gestellt und bekommt statt Trinkwasser Kamillentee mit Fenchelhonig gesüsst. Ich darf auch um den Gesangsfluss zu fördern zerstoßenen Hanf oder Eifutter reichen.Ich muss jede Reaktion darauf genau beobachten und aufschreiben.Gut bewährt hat sich immer gekeimter Rübsen oder nur gebrühter Rübsen,-ähnlich wie Kaffee brühen, dann erkaltet reichen. Hierdurch wird der Gesang gehalten und das Hohl bleibt so schön weich. Weiche und kräftige Hohlklingeln erziele ich durch Neegersaat, aber gezielt einsetzen, denn zuviel Neegersaat macht den Vogel schnell triebig. Grundsätzlich sollten die eingebauerten Hähne jedoch nach den Meisterschaften in eine Flug-Voliere gesetzt werden. Hier können sie sich austoben, können baden und den Stresss abbauen. Eine Woche vor der nächstfolgenden Prämierung müssen sie aber wieder in das Trainingsregal. Übrigens,allen eingebauerten Hähnen soll man gesiebten Vogelsand einstreuen,damit sie nicht mit den groben Kalksteinchen spielen!Alle zum Wettstreit eingebauerten Hähne müssen seperat in einem Raum gehalten werden, und dürfen von Weibchen nicht gehört werden. Dadurch werden sie erstens vom Gesang nur abgelenkt, und zweitens auch zu schnell triebig! Der triebige Gesang kommt dann sobald das Frühjahr näher rückt. Dann wird es solch einen tiefen Gesang nicht mehr geben. Und auch in der Zucht später nehmen die Hähne Laute auf welche für den sauberen Gesang unbrauchbar sind, deshalb ist der Harzer Rollergesang auch nur im ersten Jahr so schön rund, und muss jedes Jahr wieder neu erlernt werden. Und da dieses nur in den kleinen Käfigen,im Zuchtregal gelingt, muß weiter eingebauert werden! Die Gegner sind dagegen,weil sie meinen wir wären Tierquäler. Aber ich kann ihnen versichern: Kein gequälter Hahn würde Singen!!
Die Prämierung als Krönung des Zuchtjahres ( Aus Sicht des Züchters und aus Sicht des Preisrichters)
Was passiert während der halben Stunde Prämierung? Vor dem Preisrichter stehen 4 Hähne in kleinen Ge-sangskästen auf dem Tisch,vorschriftsmäßig vor einer schwarzen Wand. Die Käfige sind mit Nummern fort-laufend versehen.Der Preisrichter notiert diese auf dem Wertungsbogen, und vervollständigt den Bogen mit Datum, Uhrzeit und Stempel/Unterschrift.Sobald die Vögel singen notiert er sich immer das bestgesungene auf einem Zettel. Eine Scala, welche der Preisrichter während der Ausbildung oder Weiterbildung in Pflicht-schulungen erlernt,hat er im Kopf.Klar ist hier vorgegeben wie die einzelnen Touren mit Punkten zu bewerten sind. Nun kommt es aber dazu, dass die Vögel nur zögernd oder gar nicht singen.Da ist es Sache des Preis-richters -Aktiv- zu werden.Vögel zum Singen animieren oder auch locken mit verschiedensten Instrumenten! Ob das jeder so macht? ist eine andere Frage.Vögel die sofort und flott ihr Lied singen bekommen auch ihren Lohn. Der Preisrichter soll ja das Lied aufschreiben was die Vögel singen, und nicht etwa die vor ihm stehenden Vögel trainieren! Wenn das Lied aber sauber wie gewünscht vorgetragen wird, schreiben alle Preisrichter dieses auch so auf. Dass es dennoch immer wieder zu anderen Ergebnissen kommen kann liegt nur daran was die Tiere wirklich in den 30 Minuten bis zum Zuchtjahr 2016, dann nur noch 20 Minuten, auch vorgetragen haben! Ein Preisrichter kann und darf nicht das aufschreiben was er vermutet, sondern das was er genau hört. Sehr oft kommt es leider vor, dass die Tiere das gelernte zwar ansetzen aber dann doch nicht in der vorgegebenen Zeit vortragen. So ist das zu erklären. Das ein Preisrichter ein anderes Ohr oder Empfin-den hat wie oft gesagt wird ist einfach falsch. Immer wieder bekommt man die Meinung bestätigt wenn man auf den Schauen zu zweit bewerten muss! Es herrscht Einigkeit unter den guten Preisrichtern.Die Züchter bekommen durch die Bewertung ein genaues Bild von ihrer Zucht. Wo kann ich etwas verbessern. Wo habe ich als Züchter Nachholbedarf.Nur wer seine eigenen Fehler auch einsieht kommt in der Zucht weiter.Viele werden auch nach der ersten Bewertung "Ihre" Hähne dann umstellen damit sie als Stamm mehr erreichen. Oft klappt dieses auch, aber in der Regel geht dieses meistens schief,weil die Harmonie im Stamm fehlt. Wenn ich also umstelle, muß ich auch wieder neu mit dem Training beginnen, was heißt:Ich muss auch viel beobachten und notieren! Mache ich als Züchter dieses dann auch? Oder bin ich so im Fieber, dass ich nur mehr erreichen will. Nachdem die Vögel gesungen haben werden sie von den Neutralen Zuträgern wieder eingebauert und abgeholt. Hierbei wird den Zuträgern auch immer das Los für die nächste Kollektion mitge-geben. Eine Auslosung wann welcher Stamm zu welcher Zeit dran kommt erfolgt immer vorher. So kann es auch vorkommen, das Vögel die nur Abends von Arbeitenden Züchtern trainiert wurden, schon am frühen Morgen um 9.00 Uhr Singen müssen.Gewohnt sind sie es zwar nicht,aber es muss gehen. Was herausspringt kann auch hier ganz anders sein wie zu Hause.Ja,Ja das alles gilt es zu berücksichtigen. Aber trotz alledem: Wenn der Ärger oder Verdruss erst verflogen ist, geht es in die nächste, vielleicht bessere Zuchtsaison, mit hoffentlich neuen Zielen. So ist zu erklären, dass überwiegend "Ältere"Züchter gerade den Harzer Roller so lange züchten bis sie sterben. Die Frauen oder Kinder geben dann solche Vögel zum Handel wie schade. Um an Meisterschaften teilzunehmen muss man einem Verein-Verband oder dem DKB angehören. Dieser regelte auch die Beschickung der einzelnen Meisterschaften. So mussten alle Züchter zunächst an den ersten aus-geschriebenen Vereinsmeisterschaften mit ihren Sängern teilnehmen. Nur wer dort 300 Punkte und mehr im Gesang bekam durfte zu einer Landesverbandsschau einliefern. Dieses wurde durch Listen der Teilnehmer gründlich kontrolliert. Auf den Verbandsschauen konnten die Züchter dann mit egal welchen Hähnen an der Vorprüfung zur Deutschen Meisterschaft teilnehmen um sich zu Qualifizieren. Hier war die Punktgrenze auf 324 Punkte festgelegt. Auch das ist seit dem Jahr 2016 aufgrund von Züchtermangel alles komplett wegge-fallen. Jeder kann heute an egal welcher Meisterschaft bei Anmeldung und gegen Gebühr teilnehmen, einzi-ge Bedingung: Es müssen die geforderten vorschriftsmäßigen Ringe angelegt sein. Diese bekomme ich nur über dem DKB angehörigen Vereine.In der AZ gibt es keine Ringe für Harzer Roller. Die Ringe für Harzer Rollervögel können 3,0 mm oder auch 3,2 mm betragen. Sie dürfen nicht abziehbar sein! Kunststoffringe haben sich gut bewährt. Einzigster Nachtei: Nach Jahren sind die eingravierten Ziffern schlechter lesbar.
Was oder warum ändert sich ein Gesangsvortrag?
Durch Änderung der Resonanzräume (Luftsäcke,Hautausstülpungen, Kehlkopf und Schnabel) kön-nen die abgegebenen Laute verstärkt oder modelliert vorgetragen werden.Nur wenige grundlegende Tonfolgen des Arteigenen Gesanges sind dem Vogel angeboren. Dazu gehört das Gesangsschema: Singen um Weibchen anzulocken. Hier hinein fallen auch Ausdauer und Rhythmus. Die restlichen Töne und Strophen müssen die Jungvögel in den ersten Monaten von einem Vorbild erlernen, sehr oft vom Vater, es geht aber auch von anderen Männchen. Es passiert auch das Kanarien ein anderes Vogellied nacheifern wollen, wenn Vögel in unmittelbarer Hörweite sind. Vieles versuchen sie auch von allein. Deshalb sollte hier der Züchter schon helfend eingreifen was er zu singen hat. Der Harzer Roller Kanarienvogel kann also improvisieren, und das muss ein Züchter ausnutzen. Bereits sechs bis acht Wochen nach dem Schlupftag beginnt diese Phase, man sagt das Studieren. Sie vergessen einiges, lernen aber auch vieles neu hinzu, und das beste sie festigen auch gehörtes immer mehr.
Warum kann der Harzer Roller so gut Singen. Wie funktioniert das überhaupt? Die Singvögel (Passeres) eine Unterordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes) sind durch den be-sonderen Bau ihrer Lauterzeugungsorgane (sie besitzen im Gegensatz zu den anderen Gruppen mehr als drei Paare (Singmuskeln) gekennzeichnet und mit etwa 4200 Arten die größte Gruppe der Vögel. Hierunter ist die größte Vielzahl der gehaltenen Vogelarten einzuordnen, somit auch unsere Harzer Rollerkanarien. Schwere Knochen,wie sie für Säugetiere typisch sind,würden den Vogelflug erschweren oder gar unmöglich machen.Die Knochen der Vögel sind dagegen sehr leicht,einige davon sind sogar mit Luftsäcken durchzogen. Die zweite Funktion steht voll im Zusammenhang mit der Atmung. Dieses Luftsacksystem ist nur bei den Vögeln zu finden, und ist Anatomisch gesehen ein Teil der Lunge.Da die Lunge unbeweglich ist,wird durch Heben und Senken des Brustkorbes das Volumen der Luftsäcke verändert.Beim Einatmen wird die Luft von der Luftröhre durch die Lunge in das hintere Luftsacksystem eingesaugt, und geht beim Ausatmen erneut durch die Lunge in den vorderen Teil der Luftsäcke und von dort wieder heraus.Somit geht die Luft zweimal durch die Lunge. Dieses heißt, dass auch alle Gifte in der Luft zweimal mehr aufgenommen werden als bei Säugetieren. Zum anderen ist es aber Garant dafür, dass die Sauerstoffversorgung der Muskulatur während des Fluges oder des Gesanges weiter gewährleistet ist. Die Lauterzeugung, also der Gesang findet so im unteren Kehlkopf der Syrinx, statt! Diese hat ihren Sitz im Bereich der Verzweigung der Luftröhre. Über sehr feine Muskeln werden die Paukenhäute in Schwingungen versetzt. Die Lautstärke hängt dann von dem Druck des Luftstromes ab,der durch die Luftsäcke gepresst wird. Die Feinregulierung des Gesanges ist bisher nicht bekannt. Die durch die Syrinx erzeugten Laute sind für die Verständigung innerhalb der Art und zwischen den Partnern eines Paares von ganz besonderer Bedeutung. So wissen wir von den Lockrufen während der Zuchtzeit, welche eine Paarung im Vorfeld schon auszumachen scheint. Wir sagen auch: Der Gesang lässt sich trainieren und steuern, er wird Positiv beeinflußt.Der Harzer Roller singt, weil es ihm angeboren wird. Das Singen selbst dient der Fortpflanzung, nur der Hahn singt, um ein Revier abzugrenzen.In dieses Revier begibt sich ein oder mehrere Weibchen (Hennen). Sie bauen ein Nest und lassen sich von dem Hahn begatten. Es kommt zur Eiablage und zur gemeinsamen Aufzucht der Jungvögel. Das ist in der freien Natur so gegeben. Danach trennen sich die Paare wieder und auch die Jungtiere suchen ihren eigenen Weg. Erst durch Käfighaltung und durch Menschenhand sind dem heutigen Harzer Roller Kanarienvogel andere Verhaltensweisen angezüchtet worden. Auch der ursprüngliche Gesang, man spricht von Flötenden Tönen wurde durch Menschenhand stark verändert. Gut zu hören ist dieses wenn sie einmal einen Harzer Roller Gesangshahn hören, das ist als wenn ein Sänger auftritt. Bei einem Vortrag eines 4 er Stammes, wie die Harzer Roller ja alle bewertet werden, hört es sich an als würde ein vierstimmiger Chor singen. Wenn sie dagegen einen Farbenkanarienvogel hören, meinen sie hier will ein schreiendes Kind schnell zur Mutter. Es ist natürlich nicht so, daß ein Kanarienvogel ein Lied singt wie: "Hänschen Klein." Nein es ist ein besonderes, nur für diesen Vogel Arttypisches Lied. Man unterteilt dieses Lied nicht in Noten oder Strophen, nein man legt dieses Lied in Touren. Dabei gibt es wiederum Stufen zu beachten in welcher Tonlage oder Tiefe singt ein Vogel solch eine Tour. Die Touren sind auf einer Skala notiert und werden je nach vorgetragener Weise mit Punkten bedacht. Das Lied selbst ist für die Menschen erst verständlich wenn man es vorher in Konsonanten und Vokale eingliedert. Die Konsonanten sind zur Erkennung einer Tour, wogegen die Vokale nur der Bewertung bzw. der ganz genauen Einstufung der Touren zugeordnet sind. Das ganz besondere Kennzeichen der Harzer Roller Gesangskanarien ist darin zu sehen, daß er mit geschlossenem Schnabel sein Vogellied, und zwar rollend ohne Unterbrechung, der Züchter nennt dieses mit Zug und Verbindung, vorträgt. Die Strophen/Touren werden dabei Hohlrolle, Knnorre, Hohlklingel und Pfeife genannt. Oft ertönt noch eine Klingel oder Klingelrolle. Vor allem die Hohlrolle, viele Züchter bezeichnen diese als Königin eines Liedvortragen, stellt mit seinem rollendem R den wichtigsten Liedteil dar. (Das die Harzer Roller singen ist angeboren, der Züchter muss aber seine Vögel dahingehend trainieren, dass sie auch auf Kommando Singen.Das geht nur durch einbauern in kleinere Käfige und viel Training.) Dafür gehört ihr auch die obere Spalte auf dem Prämierungsblock.Das Trainieren des Vogelgesanges erfordert viel Zeit und Geschick seitens des Züchters sowie ein ausgesprochen feines Gehör, um eventuelle Nebentouren früh und genau zu erkennen. Während der Trainigsphase darf der Gesangskanarienvogel-Hahn nicht mit anderen Wildvögeln, auch keine Weibchen zusammen kommen, das würde sich im Liedgut immer nachteilig auswirken Das eigentliche Gesangstraining ist nach Möglichkeit mehrmals am Tag und auch in unterschiedlichen Räumen durchzuführen.In der Regel beginnt dieses Training ca. Mitte Oktober, da ab November die ersten Meisterschaften sind. In den 70er Jahren waren dieses in der Regel zuerst die Vereinsmeisterschaften. Jeder Verein hatte so eine eigene Prämierung, bzw. die Züchter waren sich da noch einig das man für alle Sparten eine Vereinsbewertung macht. Da der Harzer Roller Gesangskanarienvogel aber kein sogenanntes Ausstellungstier ist, weil er wie oben schon erwähnt keine,oder nur wenige Laute von anderen Vögeln hören darf, verschwand dieser Vogel mehr und mehr von den Ausstellungen. Dieses hatte zur Folge, das viele in den Vereinen der Meinung waren: Ihr mit Euren Harzer Roller Vögeln kostet dem Verein nur unnötig viel Geld gerade bei den Prämierungen. Denn einen Stamm Harzer Roller zu bewerten dauert immer 30 Minuten, also pro Vogel 7,5 Minuten. Wogegen die Farben oder Positurkanarien-Preisrichter vergleichsweise nur 5 Minuten für eine Kollektion brauchen. Diese bewerten nur das Aussehen und die Haltung, nicht aber den Gesang! Ein Preisrichter welcher Harzer Rollerkanarien bewertet könnte diesen Gesang der Farben und Positur Kanarien gar nicht bewerten, weil dieser Gesang den diese Vögel laut mit offenem Schnabel von sich geben in keiner Skala erfasst werden kann. Deshalb sagt der Harzer Rollerzüchter ja auch immer scherzhaft: Diese Vögel singen nicht-Sie schreien nur nach Futter! Aber der schnelle Rückgang der Rasse Harzer Roller läßt sich heute nicht mehr vermeiden. Immer weniger Züchter halten diesen Vogel noch, und eines Tages gibt es keine Harzer Roller mehr. Die aktuellen Beschickungszahlen bei den letzten Deutschen-Meisterschaften machen dieses schon ganz deutlich: Vereinsmeisterschaften finden kaum noch statt. Die Verbände haben maximal noch 2 Tage Prämierungszeit,(früher eine ganze Woche"), und selbst bei einer Deutschen Meisterschaft nehmen nur noch 44 Aussteller teil! Woran dieses liegt? Vieles an der Basis in den Vereinen. Hier werden nur noch Farben und Positurkanarien gewünscht,vielleicht noch Exoten und Sittiche, man lässt Harzer Roller gar nicht mehr groß werden, bzw. man gibt, oder besser gesagt man kann nichts mehr weiter geben. Wie soll da ein Harzer Rollerzüchter bekannt werden? Dazu kommen die anderen Feinde, die sog. Naturschützer, die immer wieder behaupten das unsere Vögel in zu kleinen Käfigen nur gequält würden. Dadurch werden Gesetze geändert das man größere Käfige zulässt. Nur diese müssen immer wieder neu käuflich erworben werden. Das ist vielen,( die Harzer Rollerzüchter sind in der Regel über 70 Jahre alt ) zu kostspielig. Da geben sie lieber die Zucht auf. Nachwuchs kommt so auch keiner nach, da bleibt die Frage: Wann hört der Harzer auf zu Singen? Selbst die Heimvögel verschwinden immer mehr von der Bildfläche. Vögel waren einmal in der Beliebtheitsskala an dritter Stelle hinter Hunden und Katzen. Auch das ist vorbei. Der Fachhandel ist um 30% zurück gegangen.Schauen sie einmal auf die Straßen, wenn der Sperrmüll abgeholt wird! Hier sind viele ausgediente Vogelkäfige dabei. Jeder will reisen und in Urlaub fahren, da ist ein Vogel schon ein Hindernis! Die Züchter, welche aber nach wie vor von ihrer schönen Freizeitbeschäftigung begeistert sind,sind noch da und betreiben dieses Hobby solange sie leben. das macht zunächst noch Hoffnung das der Vogel noch lebt und so schön singt wie nie! Diese Züchter die alle in Vereinen und Verbänden sind,machen aber auch alle mit, dass die Bedingungen eingehalten werden.So hat der obere Dachverband der DKB eine sogenannte Sachkundemappe erstellt, wo alle Gesetze und Vorschriften enthalten sind, die für eine Artgerechte Vogelhaltung notwendig ist. Bei jeder Ausstellung des DKBs sind Tierärtzte vor Ort,und überprüfen jede Ausstellung bis zum Ende.Die Tage der Ausstellungen sind auf zwei begrenzt, wogegen früher eine ganze Woche erlaubt war.Auch wie früher in immer wieder anderen Städten ist nicht mehr durchführbar. Die heutigen Deutschen-Meisterschaften werden seit Jahren in Messehallen in Bad Salzuflen ausgetragen.Die Schirmherrschaft hat der Vorstand des DKB.Nach den Deutschen Meisterschaften werden in unterschiedlichen Ländern auch noch Weltmeisterschaften ausgetragen. Da diese meist erst im Februar stattfinden, nehmen die Deutschen Spitzenzüchter kaum daran teil, weil solche Hähne dann für die Zucht, welche im März beginnt nicht genügend Ruhe finden. Nur wer genug Hähne hatte schickte welche zu diesen Meisterschaften Es gab des öfteren Weltmeister aus Deutschland. Nur wie gesagt:Der Anreiz ist nicht so gegeben. Es werden dort Preisrichter eingesetzt die unseren 4 Touren-Vogel auch schon einmal sehr argwöhnisch begutachten und als nicht vollkommen einstufen. Der mit dem Kanariengesang wenig vertraute Leser wird jetzt immer noch nicht wissen, was es mit dem Gesang nun auf sich hat. Daher hier noch etwas detalierter: Das Lied bzw. der Liedvortrag muss immer in drei verschiedene Gruppen unterteilt wer-den. Der Züchter spricht daher immer noch von der früheren Dreiteilung. Und zwar gibt es Haupttouren, Mitteltouren und Nebentouren. Je nach Wertigkeit erhalten diese Tourengruppen entsprechend ihrer Klangfülle und erbrachtes zu hörendes Volumen ihre Punkte dementsprechend geschrieben. Unter der Struktur des Liedes wird sein Gefüge, das Aneinanderreihen der einzelnen Tonsilben einer Tour und die Art der Aufeinanderfolge,d.h. die Reihenfolge der verschiedenen Touren verstanden.Die Kenntnis der Gliederung des Gesanges nach der Tonstruktur ermöglicht es, diese Tour so richtig zu benennen sowie sie einzustufen und demzufolge auch richtig zu bewerten.Um das Lied der Kanarienvögel unserer menschlichen Sprache zugänglich zu machen, bedient man sich des Alphabetes, indem die einzelnen Touren mithilfe von Konsonanten und Vokale charakterisiert werden, aus denen sich die aneinandergereihten Silben ihres Liedes aufbauen. Gutes Gehör und Sprache sind dafür die Hilfsmittel.Wie die Touren eingestuft sind erwähnte ich bereits weiter oben! Bei den Rolltouren sind die einzelnen Tonsilben lückenlos aneinandergereiht. Das Ende der gerade vorangegangenen ist zugleich der Anfang der nachfolgenden Silbe, so daß ein zusammenhängender Fluss entsteht.Die leicht abgesetzte Tour weist dagegen zwischen den einzelnen Tonsilben kurze, aber auch deutlich hörbare Verzögerungen auf. Dadurch entsteht vor dem jeweils folgendem Ton eine kleine Zeitlücke. Die Pausen zwischen den Silben der stark abgesetzten Touren sind deutlicher wahrnehmbar, denn sie haben in etwa die Dauer dieser Tonsilbe selbst.Die Länge der zeitlichen Intervalle kann mit Geräten gemessen werden. Das hat die Wissenschaft untersucht. Was Liebhaber und Kenner des Harzerrollergesanges lange schon wussten, dass nämlich die Längen der Tonsilben und Pausen nicht exakt festgelegt, sondern sogar recht unterschiedlich sind. Sie unterscheiden sich innerhalb der einzelnen Tongruppen, Touren und von Vogel zu Vogel auch unterschiedlich.Wir vermuten hier mit Recht,dass diese Elemente mit biologischer Funktion sind, die die Vögel nicht ohne Grund singen, sondern die es ihnen wegen des hohen zeitlichen Auflösungsvermögens ihres Gehörs schon erlauben,andere Vögel wie Brutpartner oder Schwarmgenossen als solche zu erkennen.Die Stimmäußerungen der Harzer Rollervögel sind wie die Sprache oder Gesänge der Menschen überwiegend ein Mittel zur Kommunikation. Unter den vielfältigen Lauten, die wir von den Vögeln hören können, kommt eine Gruppe von Tönen oder Tonfolgen besondere Bedeutung zu, die wegen des Wohlklanges im menschlichen Ohr als Gesang bezeichnet wird. Beim Gesang werden Töne zu Klängen und Klangfolgen angeordnet, die sich in unterschiedlichster Reihenfolge, zum Teil in modiizierter Form wiederholen, und so zu Strophen zusammenfügen. Aus den einzelnen Strophen wiederum setzt sich das ganze Harzerrollerlied zusammen. Schwierig ist es für uns Preisrichter auch daher, dass ein Stamm der ihm vorgeführten Harzrerroller nicht etwa wie ein Chor zusammen singt, sondern jeder Vogel in einer anderen Tour anfängt. Singvögel,bei vielen Arten singen ja nur die Männchen auch Hähne genannt. Der Gesang der Vögel hat verschiedene biologische Funktionen,in deren Mittelpunkt die Balz,das Liebeswerben um das Weibchen steht, die aber nicht immer deutlich voneinander zu trennen sind wie z.B. Artgenossen die Anwesenheit zu signalisieren. Dieses Revier hier beanspruche ich.Deshalb singen die Vögel in der Natur hauptsächlich während der Brutzeit. Nicht immer steht der Gesang mit dem Trieb in Verbindung. Sehr häufig scheinen die Vögel uns den Menschen zu signalisieren: Wir fühlen uns wohl. Das auch in kleinen Singkäfigen, wo die Naturschützer ja gegen sind! Aber auch die nicht zum Gesang zählenden Stimmäußerungen z.B. Lockrufe oder Warntöne sind vielfältig: Schrille, hohe Bettellaute der Jungtiere veranlassen die Vogeleltern zum Füttern und/oder machen im Nest befindliche Geschwister auf die Fütterung nun aufmerksam.Die Bettellaute setzen schon zwei Tage nach dem Schlupf ein. Am ersten Tag können Jungtiere noch vom anhaftenden Dottersack gut versorgt werden. Diese Bettellaute halten bis zur 6. Woche an. Beobachtungen haben gezeigt: Oft noch länger. Zur Zucht auserkorene Vögel machen ihre Partner durch spezielle Lockrufe auf sich aufmerksam. Ist dieses erst so, verpaart sich ein Weibchen auch mit keinem anderen Hahn mehr. Aggressive Rufe werden besonders bei der Futtersuche beim Streit ums Futter ausgestossen. Da der Harzerroller von Jahr zu Jahr tiefer und besser geworden ist, muss davon ausgegangen werden, das dieses Lied doch wohl zuerst mehr von den Elternteilen vererbt wird wie erlernt. Man hat Beispielsweise in manchen Unis Versuche gestartet ob der Kanarienvogel auch andere Lieder wie von Finken-Grünlingen, Buchfinken oder Gimpeln annimmt. Es kam immer wieder ein Gesang von Kanarien hervor, daher ist es ein Irrglaube, der Kanarienvogel sei ein Spötter, welcher alles gehörte nachahmt. Er wird lediglich dadurch stimmuliert,und singt sein Lied.Das er dieses Lied dann auch wie gewünscht auf Kommando singt ist eben auf das Einbauern und immer wärendes Training durch die Züchter entstanden.Denn das ein gesunder Kanarienvogel ( aber nur Hähne) singt ist normal,nur was und wieviel er singt haben die Harzer Rollerzüchter diesem Vogel beigebracht da gibt es keine Zweifel.
Der Deutsche Meister des Jahres 2021 heißt: Friedhelm Bierhoff aus Lünen. Ein Züchter dem dieser Titel gegönnt sei, denn er ist schon sehr lange dabei!